Othirâ's Welt zwischen Traum und Realität

Ein Maulwurfsleben


Misanthropie

 

Misanthropie ist ein Thema für sich.

Ich halte es nicht für selten, dass "Gruftis" für Misanthropen gehalten werden. Vorurteile besagen, sie hassten alle Menschen und würden sich deshalb so distanzieren und im Falle eines Falles auch nicht davor zurückschrecken, anderen Menschen Schaden zuzufügen.

 

Ich selbst sehe mich auch als Misanthropen, jedoch verhalte Ich mich meinen Mitmenschen gegenüber äußerst freundlich und gesellig.

Wie das zusammenpasst, kläre Ich am besten zuerst mal mit Hilfe Wikipedias, bevor Ich auf meine persönlichen Ansichten zu sprechen komme.

 

 

Misanthropie (Wikipedia)

 

Misanthropie (von griech. μισεῖν miseín ‚hassen‘, ‚ablehnen‘ und ἄνθρωπος ánthrōpos ‚Mensch‘) beschreibt die Sichtweise einer Person, welche die Menschen hasst oder zumindest deren Nähe ablehnt. Eine solche Person wird Misanthrop („Menschenhasser“, „Menschenfeind“) genannt.

 

 

Misanthropie charakterisiert eine Geisteshaltung, keine Handlungsweise. Ein Misanthrop muss weder gewalttätig, aggressiv noch arrogant sein, altruistisches Handeln ist bei ihm nicht ausgeschlossen. Die Misanthropie steht, trotz des etymologischen Anscheins, begrifflich nicht im Gegensatz zum verwandten Begriff der Philanthropie, mit dem im Allgemeinen eher die Handlungsweise als die Einstellung eines Menschen bezeichnet wird.

Bei extremen Fällen von Abscheu dem Menschen gegenüber sondert sich der Misanthrop ab und führt ein Einsiedlerdasein. Diese selbst gewählte Isolation ist von pathologischer Menschenscheu zu unterscheiden, bei der trotz des Wunsches danach keine Nähe zur umgebenden menschlichen Gemeinschaft erreicht werden kann.

 

Formen und Ursachen:

Viele Gründe können Menschen dazu bringen, die Menschheit im Allgemeinen zu verachten: unerfreuliche Erfahrungen mit anderen Menschen, eine negative Beurteilung des menschlichen Wirkens auf der Erde, eine (etwa religionsgespeiste) negative Ansicht über die Moral des Menschen, seine ästhetische Ablehnung, der Wunsch nach einem nicht-menschlichen Nachfolger der Menschen und vieles anderes mehr.

Oft misst der Misanthrop den Menschen an der Elle eines Ideals, bemerkt dabei die Abweichung, und das lässt ihn dann zu der Überzeugung gelangen, dass alle Menschen von Grund auf schlecht seien.

 

Philosophie:

Immanuel Kant verurteilte in seiner Allgemeinen Anmerkung zur Exposition der ästhetischen reflektierenden Urteile die Misanthropie:

„Dagegen ist Menschen zu fliehen, aus Misanthropie, weil man sie anfeindet, oder aus Anthropophobie (Menschenscheu), weil man sie als seine Feinde fürchtet, teils hässlich, teils verächtlich.“

Immanuel Kant (1724-1804)

Der deutsche Philosoph Arthur Schopenhauer vertrat ein misanthropisches Menschenbild. Er glaubte, die menschliche Existenz müsse „eine Art Fehler“ sein (Stachelschwein-Gleichnis):

„So treibt das Bedürfnis der Gesellschaft, aus der Leere und Monotonie des eigenen Innern entsprungen, die Menschen zueinander; aber ihre vielen widerwärtigen Eigenschaften und unerträglichen Fehler stoßen sie wieder voneinander ab.“

Arthur Schopenhauer (1788-1860)

 

Kunst:

In der Literatur wurde Misanthropie unter anderem von den Dramatikern Menandros (Dyskolos, deutsch Der Griesgram oder Der Menschenfeind), Shakespeare (Timon of Athens, deutsch Timon von Athen) und Molière (Le Misanthrope) behandelt, ebenso etwa von dem Satiriker Lukian von Samosata (Timon).

Autoren schwarzer Satire werden von vielen reflexhaft als Misanthropen angesehen, indem sie nicht zwischen dem Autor und seinem Personal bzw. der bekundeten Haltung und der Aussageabsicht unterscheiden. So wird Jonathan Swift häufig als Misanthrop bezeichnet, siehe dazu Gullivers Reisen (Band 4).

 

Musik:

Von verschiedenen Musikern wurde und wird eine misanthrope Weltanschauung stilisiert, zum Beispiel in verschiedenen Spielarten der Genres Metal (insbesondere Black-, Death-, Dark-, Doom Metal), Punk (Hatecore, Grindcore), Electro, Hardcore Electro, Electro-Industrial (und andere Genres der schwarzen Szene) sowie Emocore, Psychokore, Hip-Hop (Horrorcore und Gangsta-Rap). Menschenverachtende Texte, teilweise mit Aufforderungen zu Gewalt gegen Mitmenschen oder sich selbst, werden dabei auch verwendet.

 

 


 

 

Nachdem der Begriff nun geklärt ist, möchte Ich erzählen, was mich zum Misanthropen macht und wie Ich damit umgehe. Dabei handelt es sich um meine ganz persönlichen Ansichten, welche von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sind.

 

 

Ich hasse den Menschen.

Ich hasse ihn so sehr, dass Ich nur zu gerne dabei zusehe, wie er sich selbst zu Grunde richtet.

Ich hasse die Menschheit, weil sie sich für allem anderen überlegen und super intelligent hält und weil sie glaubt, alles kontrollieren zu können, allem ein System aufdrücken zu können.

Politik, Wirtschaft, Religion und Gesellschaft ist alles von vorne bis hinten hinterlistig und verlogen, schwachsinnig und unnötig umgesetzt, egoistisch und arrogant.

 

Politiker belügen uns zu ihrem eigenen Vorteil, während sie uns Dinge versprechen und uns in dem Glauben lassen, sie würden etwas Gutes tun. Gleiches Recht auf Bildung für alle? Gleiche Berufschancen für alle? Kinder- und jugendfreundliche Methoden zur Vermittlung von Wissen? Gute Erziehungsmöglichkeiten? Wie kommt es, dass sich heutzutage so wahnsinnig viele Jugendliche selbst verletzen oder umbringen? Warum gehen so viele in psychologiche Behandlung?

 

Manager und Konzernvorstände sind nur auf den großen Profit aus, tun alles, um viel Geld zu gewinnen und nehmen dabei keine Rücksicht auf moralische Prinzipien. Respekt vor dem, was einen Konzern eigentlich ausmacht, nämlich die kleinen Arbeiter, die zum Profit beitragen, besteht nicht mehr, stattdessen werden sie bei geringsten Löhnen ausgenutzt und nach Belieben weggeworfen.

 

Die ach so große, mächtige katholische Kirche hat schon damals nur Mist gebaut. Haben die Leichtgläubigkeit der Menschen ausgenutzt, um Geld zu verdienen, damit die Bischöfe in Luxus leben können und prächtige Kirchen zum Angeben bauen können. Die Menschen, die an Gott glauben, sind meiner Meinung nach nur zu schwach, an sich selbst zu glauben. Sie stützen sich auf den Gedanken, dass sie selbst nicht viel tun müssen, Gott hilft ihnen ja, und vergessen dabei, dass sie auch unabhängig und selbständig leben könnten.

 

Unsere Gesellschaft könnte heruntergekommener nicht sein, man braucht nur ein Tagesprogramm der Privatsender in der Television anzusehen, das sogenannte Hartz 4-TV.

Reality-Shows, Talk-Shows, Gerichts-Shows und Mittagsmagazine vermitteln uns die pure Dummheit der Menschheit. Wir brauchen keine gescripteten Sendungen, in denen uns Probleme gezeigt werden, die sich leicht lösen lassen würden, kindische Streitereien zwischen pubertärverhaltenden Erwachsenen und geistig zurückgebliebene Vollidioten, die sich vor laufender Kamera von einem Talkmaster sagen lassen, ob sie jetzt schwanger sind oder nicht, ob sie dem Kerl, mit dem ihre Freundin fremdging, jemals eine reinhauen können oder ob sie mit einem Menschen zusammenkommen können, mit dem sie auf dem Rückweg vom Sender nach Hause irgendeinen Abhang herunterfahren, weil sie rechts von links nicht zu unterscheiden vermögen.

 

Ich würde lieber sterben, als gemeinsam mit dieser Menschheit zu agieren.

Doch so sehr Ich sie hasse, Ich kann diesen Menschenhass nicht auf einzelne Menschen anwenden, zumindest nicht auf einige wenige.

Trotz meiner Abneigung brauche Ich Freunde, die zu mir stehen und so welche habe Ich. Einige meiner mir nahestehenden Mitmenschen sind vertrauenswürdige und liebenswerte Menschen, mit tollen EIgenschaften und Fähigkeiten. Wie könnte man da so misanthropisch sein und sämtliche Kontakte unterbinden?

 

Ich schilderte gerade meine Ansichten zur Menschheit, zu denen Ich überzeugt stehe, doch Ich verhalte mich gegensätzlich, meinen Mitmenschen gegenüber jedenfalls.

Tatsächlich bin Ich ein zwischenmenschlich begabter Kerl, Ich bin treu, ehrlich, offen, hilfsbereit, freundlich, höflich, anständig, lieb und zuverlässig.

Für meine Freunde und sehr nahe Bekannte bin Ich immer da, Ich kann gut zuhören und helfe so gut Ich kann.

Bei Menschen, die kleiner und/ oder jünger sind als Ich, besitze Ich einen ausgeprägten Beschützerinstinkt, bei Kindern sogar, wenn Ich sie nicht kenne, Ich passe ein bisschen mit auf.

Fremden gegenüber verhalte Ich mich immer freundlich, außer sie schauen mich auf eine Weise an, die mir sagt, dass sie zu dem gehören, was Ich so sehr hasse.

Grundsätzlich komme Ich mit jedem Menschen klar, mit jedem. Allerdings wird die Anzahl derer, mit denen Ich dann tatsächlich gut klarkomme dadurch begrenzt, dass die meisten Menschen bereits der totalen Verblödung der Medien verfallen sind und dass so viele Menschen nicht mehr dieselben Prinzipien und moralischen Werte kennen, die in einer funktionierenden Gesellschaft nötig sind. Mit solchen will Ich dann einfach nichts zu tun haben.

 

Damit jetzt keiner glaubt, Ich würde an Gott glaubende Menschen vorschnell verurteilen, lasse man mich dazu noch etwas sagen. Ich meine es so, wie Ich es sage, dass Ich das Glauben für fehlende Selbständigkeit halte, jedoch gestehe Ich gerne, dass eben dieser Glaube auch vielen Menschen hilft, in allen möglichen Situationen und Lebenslagen. Glaube kann stark machen, jedoch finde Ich, dass es dafür auch andere Möglichkeiten gibt.

 

Ich würde mich als guten Menschen bezeichnen, als jemanden, den es von der Art her öfter geben sollte, jedoch ist es ein undankbares Leben.

Wie mir schon eine Freundin sagte, es müssen immer die Falschen leiden, die, die es am wenigsten verdient haben.

Ich will niemandem etwas Böses, will immer nur helfen und Gutes durchsetzen.

Bekomme Ich davon etwas zurück? Nein. Die Gesellschaft macht mich fertig, die Schule schränkte mich ein wo sie konnte, Mitmenschen machen mir mein Leben durch Intoleranz und Boshaftigkeit zur Hölle, Freunde lassen mich im Stich und alles was mir bleibt, bin Ich selbst und meine Überzeugung.

 

Sollte der Tag kommen, an dem Ich mein freundliches Gesicht abnehme und meine misanthropischen Gedanken zu Taten mache, so wird mich das nicht wundern.

In einer Welt wie dieser überlebt man nicht, wenn man selbstlos versucht mit allem und allen auszukommen.

Wenn jeder an sich selbst denkt, ist an jeden gedacht. Das klingt einfacher, als es ist, Ich weiß, besonders weil sich doch jeder Mensch ein bisschen Aufmerksamkeit und Zuneigung wünscht.

 

Ich hasse die Menschheit. Einzelne Menschen kann Ich nicht hassen, wenn Ich sie kenne und gern habe schon gar nicht, aber die Einstellung bleibt und macht mich zum Misanthropen.

 

 


 

 

Folgendes Video ist, wie im Titel lesbar, ein Ausschnitt aus dem Film "Menschenfeind", einem französischen Filmdrama aus dem jahre 1998.

Zu sehen und vielmehr zu hören ist hier ein paarminütiger Monolog des Protagonisten.

Der Film ist im Ganzen sehr zu empfehlen.

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